20.-30. August 2011

 

Schon morgens um 7:15 Uhr ging es Anker auf in Raiatea, wir nahmen die 27sm nach Bora Bora früh in Angriff. Leichter Wind brachte uns sehr gemütlich nach Bora Bora, kein Kind war seekrank. Der markante Berg innerhalb des Riffgürtels von Bora Bora kam immer näher und um kurz nach ein Uhr ankerten wir schon südlich vom Tevanui-Pass, die einzige passierbare Öffnung im Riff. Wir ankerten an einem kleinen Motu. Neben uns auf 2m Wassertiefe lag ein Katamaran aus Südafrika mit Kindern. Am Strand des Motus trafen wir die Familie. Niklas erprobte erstmals seine Englischkenntnisse an ihnen. Sie sind gerade dabei nach Australien auszuwandern und nahmen den Seeweg dafür.

Das Motu Tapu, erfuhren wir am nächsten Tag, gehört zum Hilton Hotel. Gegen Mittag wurden Gäste zum Lunch angekarrt und gegen 16:00 Uhr war wieder Ruhe. So nutzten wir die Zeit davor oder danach für unsere Strandbesuche, damit hatten wir kein Problem.

Von einem anderen Ankerlieger erfuhren wir, dass südlich vom Motu eine Stelle sein sollte, wo große Rochen toll zu sehen sind. Also fuhr Peter mit den Kindern einen Vormittag in Bango gen Süden. In der Lagune hinter dem Außenriff ging es über eine große, eher flache Sandfläche. Nach einer ganzen Weile, viel weiter als gedacht, sahen sie ein Ausflugsboot auf der Sandfläche ankern. Da es sonst nichts Attraktives dort gab, schloss Peter, dass dort die Rochen sein mussten. Und tatsächlich – die Rochen wurden von dem Ausflugsboot gefüttert und es schwammen ca. 15 Exemplare mit 1,5m Spannweite herum. Peter und Niklas schnorchelten dann mit den Rochen und fühlten die samtige Haut der Tiere an ihren Körpern entlang streicheln. Ilka konnte die Tiere super aus dem Schlauchboot bewundern, es war ja nur ca. 1,5m Wassertiefe. Rund um den Rochenschwarm kreisten übrigens Riffhaie, die sich vom Futter übrige Brocken schnappten. Das war ein ganz tolles Erlebnis!

Uns zog es dann auf die Ostseite von Bora Bora, da die Wind- und Schwellvorhersage für die nächsten Tage nicht zum Weiterfahren passte. Wir ankerten am Motu Tupe zwischen zwei Hotelanlagen. Es war etwas schwierig, einen Platz zum Anlanden am Strand zu finden, denn alles war privat. Wir hätten für viel Geld in einem der Ressorts einen 'Tagespass' kaufen können, dann hätten wir auch deren Pool nutzen können. Wir verkniffen es uns und die ganze Familie schwamm lieber im türkisen Wasser rund um Mango. Einmal landeten wir an einem Strand an, dort durften wir mit den Kindern spielen, da gerade keine Gäste dort waren...

Am nächsten Tag segelten wir gemütlich um die Nordspitze herum ganz in den Südosten der Lagune von Bora Bora. Hinter dem langen Motu Roa fanden wir guten Schutz für den angesagten Wind ab der folgenden Nacht. Er pustete dann ganz ordentlich und wir verbrachten den ganzen Tag am Bord. Rund um uns herum türkisfarbenes Wasser. Den nächsten Tag nutzen wir für einen Anlandeversuch auf dem Motu. Ganz an der Südecke stand ein Schild „Cafe“ und es wirkte, als wenn dort Gäste willkommen sind. Wir hatten dort auch schon Ausflugsboote anlanden sehen. Als wir ausstiegen und Bango an Land zogen, wurde uns gesagt, dass es alles privat sei und wir doch bitte nicht mit unserem Schlauchboot hier nicht anlanden sollen. Wir könnten ein kleines Stück weiter am Nachbargrundstück gen Norden unser Boot hinlegen, da sei gerade keiner. Das Cafe sei gerade geschlossen. Na, toll, der Strand am Nachbargrundstück sah sehr unattraktiv für die Kinder aus und wir wollten eigentlich um die Südecke laufen zum Außenriff. Dort wollten wir sehen, wie der aufkommende hohe Schwell, der vom Wetterbericht angesagt war, aufs Riff brandete.

Entmutigt von der unfreundlichen Begrüßung auf dem Motu, fuhren Karen und die Kinder im Schlauchboot langsam entlang des Strandes nach Norden und spielten einfach im flachen Wasser ohne anzulanden. Peter hatten sie vorher am Strand gelassen und er lief einmal um die Ecke zum Riff und zurück. Dabei entdeckte er, dass das Nachbargrundstück im Süden des Cafes brach lag, dort hätten wir niemanden gestört. Nur hatten die Cafebesitzer es nicht nötig, uns in die Richtung zu weisen.

Zurück auf Mango waren wir ziemlich enttäuscht von Bora Bora, da es hier wirklich schwierig war einen Fuß auf einen Strand zu setzen. So wenig Gastfreundschaft wie hier hatten wir lange nicht erlebt. Gerade nicht in Polynesien, wo die Gastfreundschaft einen so hohen Stellenwert hat, dass es für uns 'Reiche' leicht schon peinlich werden kann. Durch die vielen Hotels auf Bora Bora ist eine Übersättigung mit Touristen vorhanden.

Im Laufe des Abends wurde es unruhiger in der Lagune, denn draußen vorm Riff stand eine 5-6m hohe Welle auf dem Pazifik. Der Wind blies mit 5 Beaufort. Wir hatten schon lange auf dem Wetterbericht gesehen, dass hoher Schwell angesagt war, deshalb waren wir auch nicht weiter gesegelt. Nun zeigte sich am nächsten Tag, wie der Schwell sich in der Lagune auswirkte. Da ganz viel Wasser bei den Wellen über das Außenriff schwappte, wurde das Wasser in der Lagune milchig trüb und es kam Strömung auf. Es gibt ja in Bora Bora nur den einen großen Pass im Westen, wo die Wassermassen wieder heraus können.

Wir gingen trotzdem Anker auf, denn wir wollten den südlichen Wind nutzen um wieder um die Nordspitze herum auf die Westseite von Bora Bora zu segeln. Durch das trübe Wasser sah man nicht wie flach es war, wo wir gerade fuhren. Gut, dass wir uns vom Hinweg schon etwas auskannten. Allerdings beschlossen wir, an einer Stelle uns lieber an das ausgetonnte Fahrwasser zu halten, was wir bei den idealen Sichtbedingungen auf der Hinfahrt, nicht gemacht hatten. Eine Stelle war ziemlich eng und hier gurgelte die Strömung eindrucksvoll um die Kurven. Wir zogen es vor, dort kurz den Motor als Unterstützung zu nehmen. Danach liefen wir zwar weiterhin flott aber unter Genua mit der Strömung um die Nordseite.

Am legendären Bora Bora Yacht Club wollten wir eine Mooring nehmen. Leider hatten diese Idee schon viele andere Segler bei dem starken Wind gehabt und es war keine Mooring mehr frei. Nachdem wir versucht hatten, auf 20m Wassertiefe zu ankern, was aber zwischen den Moorings nicht gut ging, zogen wir vor, weiter zu fahren. So fiel unser Anker dann erst westlich vom Motu Toopua im trüben Wasser. Das Ankermanöver war ein ungewohnter Blindflug, da man nichts vom Grund sehen konnte. Dabei ankerten wir nur auf 6,5m Tiefe. Durch die starke Strömung lag Mango sogar mit dem Heck zum Wind. So konnte dieser dann sogar glatt einen Plastikdeckel einer Dose von unserem Cockpittisch ins Wasser pusten. Ärgerlich! Normaler Weise kommt der Wind beim Ankern ja von vorne, da sitzen wir immer windgeschützt hinterm Sprayhood.

Zum Glück konnten wir am nächsten morgen wieder den Grund sehen und unser Anker lag optimal auf Sand. Wir zogen ihn hoch und machten einen zweiten Versuch beim Yacht Club. Diesmal war mehr als eine Mooring frei und so hingen wir bald friedlich an der Leine.

Vom Yachtclub liefen wir am Nachmittag immer entlang der Uferstraße in die Baie Faanui. Am Ende der Bucht bogen wir ins Inselinnere ab. Hier waren keine Hotelanlagen, sondern die Wohngegend der Bevölkerung. Es wurde immer ländlicher und die Gärten waren interessant anzusehen. Wir drehten irgendwann um und liefen zurück. Am Wegesrand fand sich zufälliger Weise noch ein passender Bananenbüschel, der bald darauf unser Heck zierte.

Am nächsten Tag liefen wir zusammen mit Marius und Catalina aus Rumänien in den Hauptort von Bora Bora, nach Vaitape. Das war ein ordentliches Stück zu laufen. Eigentlich wollten wir einkaufen, aber dann sahen wir, dass man mit dem eigenem Schiff dort am Hafen ganz gut fest machen kann. So ließen wir die Einkäufe sein und fuhren am nächsten Tag mit Mango nochmal nach Vaitape. Nach Einkauf und Ausklarieren genossen wir einen Liter Eis aus dem Sonderangebot. Dann legten wir ab und gingen wieder vor Anker an unseren ersten Ankerplatz von Bora Bora. Wir bummelten nochmal über das Motu vom Hilton Hotel und genossen dort den Sonnenuntergang. Wir hatten in 10 Tagen genug von Bora Bora gesehen, der Pazifik zeigte sich wieder freundlich mit 2m Schwell, und uns zog es am nächsten Tag weiter zur nächsten Insel, Maupiti. Davon aber im nächsten Bericht.