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18. - 28. September 2011

 

Vier Tage nach Samoa

Nach der langsamen Überfahrt Richtung Suwarrow, ließ sich die Überfahrt nach Samoa erstmal flott an. Es wehte ein kräftiger Ostnordost und Regenböen in der ersten Nacht ließen die Wachen nicht langweilig werden. In der zweiten Nacht wurde das Wetter stabiler. Hinter uns kam in den Morgenstunden ein Licht von einem anderen Segler auf. Als es hell wurde, kam das Schiff immer näher und wir erkannten die SY Mary. Sie überholten uns und wir machten viele Fotos hin und her. Wir sahen uns bis Samoa noch öfter und so kamen wir zu den ersten schönen Fotos von Mango unter Segeln.

Die Speisekarte der Überfahrt erhielt u.a. einen frischen Bonito (66cm), der freundlicher Weise nicht lange kämpfte und innerhalb von 10min an Bord war. Der Appetit der Kinder wurde ab den 3. Tag wieder normal, so dass sich alle am Fisch erfreuten. Die Kinder kämpften am Anfang der Überfahrt ein wenig mit dem Magen, aber die Spuckerei ist im Vergleich zum Anfang der Reise sehr viel besser geworden. Niklas legt sich hin, wenn er erste Anzeichen von Übelkeit spürt und hält dann meist ohne spucken durch. Ilka fällt es schwerer, ruhig zu liegen. Entsprechend kommt es dann leichter hoch bei ihr. Immerhin erreicht sie die Schüssel meist rechtzeitig, so dass die Putzaktionen geringer werden. Die Kinder nehmen das Spucken übrigens ziemlich gelassen, so dass man sich nicht als Rabeneltern vorkommt, weil man jedes Mal beim Lossegeln mit neuer Seekrankheit rechnen muss. Wir hatten auch schon viele Fahrten ganz ohne Seekrankheit. Das kommt sehr auf den Seegang an.

Je näher wir Samoa kamen, desto weniger wurde der Wind und unter der Küste von Upolu drehte der Wind immer mehr auf die Nase. So fuhren wir die letzten 10sm unter Motor entlang der Küste, die langsam im Dunkel versank. Das Leitfeuer für die Einfahrt nach Apia konnten wir früh ausmachen und es führte uns sicher durch das vorgelagerte Riff. Ordnungsgemäß meldeten wir uns bei Einfahrt bei Apia Port Control. Sie wiesen uns an, dass wir ankern sollten. Wir guckten uns vor der Mole der Marina einen Ankerplatz aus und in dem Moment, als wir die Ankerbremse lösen wollten, kam lustiger Weise über UKW-Funk von Apia Port Control die Meldung, dass wir genau dort ankern könnten.

Kurz nach uns fiel der Anker von der SY Mary neben uns und dann ging es bald in die Koje zum Schlafen, schließlich sollten wir schon um 8:00 Uhr in die Marina einlaufen.

 

Apia Marina

Am Morgen fuhren wir in die Marina, die von der Port Authority verwaltet wird. Sie ist noch ziemlich neu und alle Yachten müssen dort anlegen, wenn sie in Apia sind. Zum Glück sind die Preise sehr moderat, so dass wir den Komfort von fließend Wasser und einer kalten Dusche an Land genießen konnten. Zum Einklarieren kamen im Laufe des Vormittags sämtliche Beamte an Bord (Health, Immigration, Custom). Alles ging sehr entspannt und schwupps waren wir offiziell in Samoa angekommen.
Wir erkundeten als erstes die Marinaanlage und bewunderten den Schilderwald, der uns am Niedergang begrüßte. Das Schild, dass keine Wäsche zum Trocknen aufgehängt werden darf, ignorierten wir erfolgreich. Für uns macht es keinen Sinn bei 30 Grad, leichten Wind und Sonnenschein einen Wäschetrockner zu nutzen (Energieverschwendung und kostet Geld). Die Wäscherei, die zum Glück relativ nah bei der Marina war, brauchten wir dringend, die letzte hatten wir in Tahiti genutzt.
Das beste war allerdings erstmal der Eisladen, der auf der anderen Straßenseite bei der Marina war. Endlich mal wieder bezahlbare Eiskugeln. In der Beziehung mussten wir in Französisch Polynesien etwas darben.

Ebenfalls fußläufig zur Marina gibt es am East Reef, welches östlich von Apia Harbour liegt, eine ganz tolle Stelle zum Schnorcheln - das Palolo Deep Marine Reserve. Ein kleiner Park, der natürlich einen geringen Eintritt kostet, wie alles in Samoa. Dafür standen dort ganz tolle schattenspendende Bäume, es gab Picknicktische, Umkleidekabinen, Süßwasserduschen und einen kleinen riffigen Mini-Strand. Die Hauptattraktion ist aber die Schnorchelstelle. Das Riff ist vor der Küste sehr flach und dort geht eine Art Kanal dichter an die Küste heran. Am Rande dieser Rifföffnung sind sehr schöne und verschiedene Korallen zu bewundern. Peter und Karen wagten sich bei Niedrigwasser über das Riff in Crocs und nahmen die Flossen so lange in die Hand. An der Kante wurden dann die Schuhe gewechselt und geschnorchelt. Super viele verschiedene Fische und die Korallen so abwechslungsreich, wie wir es noch nie auf dieser Reise bisher gesehen hatten. Die Stelle war relativ klein, daneben ging es dann mit abgestorbenen Korallen weiter. Da es so toll war, schwamm Peter bei höherem Wasser nochmal mit Niklas zu der Stelle hinaus. Die Wanderung über das Riff bei Niedrigwasser war zu schwierig gewesen. Korallen sind nämlich sehr scharf, da darf man nicht hinfallen. Und eigentlich zerstört man auch zu viel von dem Riff, wenn man darüber geht. Wir hätten es auch nicht getan, wenn es dort nicht so üblich gewesen wäre. Mit dem höheren Wasserstand kann man leicht vom Strand weg schwimmen, aber leider waren dann nicht mehr ganz so viele Fische versammelt und die Sonne beleuchtete die Korallen nicht mehr ganz so schön. Trotzdem war es noch eine interessante Schnorchelstelle für Niklas.

 

Apia - Samoas Hauptstadt

Zum Einkaufen ging es meist zu Fuß in die Stadt. Es war ein Stück zu laufen, immer entlang der Bucht. In Apia gibt es viele Läden, die Supermärkte sind allerdings nicht ganz so bestückt wie in Europa oder zuletzt in Raiatea. Zum Beispiel gibt es Salz, Zucker, Mehl und Reis immer in großen Säcken zu kaufen oder in 1-2kg-Gebinden, die im Supermarkt von Hand abgefüllt werden. Das Brot ist wabbelig und wenig wertvoll, nun gut, manchmal findet man welches, wo sich noch mehr als das Weiße vom Korn drinnen versteckt. Gut, dass wir viel Müsli essen. Die Müsliauswahl ist allerdings oft eingeschränkt, so dass wir uns immer bevorraten, wenn es gutes gibt. Dafür sind die Regale mit Cornflakes und Pops in allen Formen und Farben gefüllt. Die Auswahl an Frühstückscrackern ist ebenfalls sehenswert. Andere Länder, andere Frühstückssitten.

In einem kleinen Laden für Fotokopierer und Computer fanden wir einen neue Digitalkamera. Unsere alte hatte in letzter Zeit immer wieder gemeint, dass sie nicht will. Sie braucht halt topfite Batterien und unsere sind nicht mehr ganz neu. Aus unserer Sicht ist das ein Konstruktionsfehler an der ansonsten guten Kamera. Mit viel Zureden ging sie manchmal doch wieder an, aber für schnelle Schnappschüsse war das nichts mehr. So mussten wir uns an die neuen Knöpfe und Programme eines neuen Apparates gewöhnen.

Einen Spielplatz entdeckten wir in der City hinter dem Gebäude der Landesbank versteckt. Der Wachdienst von der Bank schließt die Eingangstore morgens auf und abends wieder zu. Er wurde gerade gepflegt, als wir kamen und wir waren am Vormittag die einzigen Besucher. Alle anderen Kinder sind zu der Zeit in der Schule oder zu Hause. Wann die Schule aus ist, erkennt man immer an den vielen Schuluniformträgern, die durch die Straßen nach Hause ziehen.

Apia ist die Hauptstadt von Samoa und entsprechend sind die Regierungsgebäude in der Stadt. Das große häßliche Verwaltungsgebäude, welches zentral über die Bucht ragt, war gleichzeitig die Stelle, wo wir eine Genehmigung für die Weiterfahrt nach Savaii, der zweiten großen Insel, die zu Samoa gehört, beantragen mussten. Peter lernte es also auch von innen kennen. Davon aber mehr weiter unten im Bericht.

Alte Gebäude aus der Kolonialzeit sind in der Stadt kaum noch erhalten, viele moderne, eher langweilige Häuser prägen die Stadt. Einen Tag liefen wir auf die Landspitze westlich auf der gegenüber von der Marina liegenden Buchtseite hinaus. Dort sind verschiedene Regierungsgebäude und mehrere Denkmäler zu finden. Unter anderem gibt es eins, wo im Jahr 1900 die deutsche Flagge gehisst wurde. Samoa war bis zum 1. Weltkrieg deutsch und die Leute sind ziemlich positiv gegenüber den deutschen eingestellt, da der damalige Gouverneur relativ sinnvolle Einführungen im Land gemacht hat. Insgesamt merkt man aber nur noch wenig davon, außer das viele deutsche Nachnamen vorhanden sind. Heute richtet sich das Land in den pazifischen Raum aus, viele Familien haben Angehörige, die in Neuseeland, Australien oder den USA arbeiten.

Unser Spaziergang entlang der Denkmäler klang im Reiseführer spannender als er in Wirklichkeit war. Wir gönnten uns hungrig noch eine Teigtasche an einem Verkaufsstand und fuhren dann per Taxi zurück. Das Taxifahren ist relativ günstig und so nutzten wir es häufig auf den Rückweg zur Marina, wenn die Kinderbeine müde waren und die Einkaufstaschen voll.

Spaß brachte es, die Einkaufstaschen auf dem bunten Markt in der Stadt zu füllen. Außer, dass das Angebot deutlich günstiger als in Französisch Polynesien ist, freute sich auch das Auge an der bunten Pracht. Neben Obst und Gemüse konnte man auf dem Markt auch Souvenirs, Kleidung, Blumen, Snacks und Brennholz erstehen. Bei der Kleidung fielen uns natürlich die weißen Kleider für den Sonntagskirchgang ins Auge, wie auch die traditionellen Röcke, die Sarongs. Diese werden kunstvoll bedruckt und werden von vielen getragen, Frauen wie Männern. So trägt z.B. auch die Polizeikapelle Rock.

Die Standplätze auf dem Markt sind übrigens heiß begehrt bei den Samoanern. Deshalb ist fast rund um die Uhr auf dem Markt was los. Wer Pause macht, lässt mindestens ein Familienmitglied zurück, welches den Stand bewacht. Interessant fanden wir die Männerspielrunden anzuschauen. An einer Ecke vom Markt wurde eifrig Domino und Dame gespielt. Die Dame-Steine waren einfach die Plastikdeckel von Trinkflaschen in zwei verschiedenen Farben.

 

Fast ein Inselausflug

Gleich am Tag unserer Ankunft saßen wir im Eiskaffee gegenüber der Marina und wurden von einer Frau angesprochen, ob wir Interesse an einer Inselrundfahrt hätten. Am nächsten Tag wäre diese besonders günstig, da sie etwas verkürzt sei, da um 16:30 Uhr schon das Rugbyspiel Samoa gegen Fiji stattfindet, wo natürlich alle vorm Fernseher sitzen wollen. Rugby ist in Samoa nämlich noch wichtiger als Fußball in Europa. Die Rugbyweltmeisterschaft fand gerade in Neuseeland statt, als wir in Samoa waren.
Wir dachten, es wäre gut, wenn die Inselfundfahrt nicht allzu lang für die Kinder wird, und so verabredeten wir für den nächsten Tag zusammen mit der Crew der SY Mary den Ausflug. Los sollte es um 9:00 Uhr an der Marina gehen.
Am Abend machten wir noch einen Uhrenvergleich mit Ludvig von der Mary, da er sich nicht ganz sicher über die offizielle Uhrzeit in Samoa war. So frisch angekommen kommt man da manchmal durcheinander. Wir hatten andere Leute in der Marina und der Stadt befragt und waren uns sicher, dass unsere Uhr richtig ging. Um 8:20 Uhr Bordzeit am nächsten morgen waren wir gerade mit dem Frühstück fertig, da kam ein Wachmann von der Marina und sagte, dass oben eine Frau auf uns warten würde. Es stellte sich heraus, dass in der Nacht in Samoa die Uhr auf Sommerzeit umgestellt worden war und wir also schon 20min zu spät dran waren. So etwas doofes, da hätte unser Guide uns doch am Vortag vielleicht vorwarnen können, zumal uns auch völlig unklar ist, warum man in so niedrigen Breiten die Uhr überhaupt umstellen sollte. Es stellte sich aber heraus, dass unser Guide es ebenfalls erst am Morgen erfahren hatte. Na, dass ging ja gut los... So hasteten wir in aller Eile nach oben. Die Crew von der Mary nahm sich schnell noch ein paar Frühstücksschnitten in die Hand, sie hatten mit dem Frühstück nämlich noch nicht angefangen.

Unser erster Stopp auf der Fahrt war an der Malua Turtle Feeding Site. Unser Guide hatte vorher an einem kleinen Laden schnell ein Brot erstanden, welches an die Schildkröten im Teich verfüttert wurde. Die Kinder fanden es ganz lustig, wir Erwachsenen kamen uns ein wenig wie beim Entenfüttern vor und so richtig toll war der Tümpel der Schildkröten nicht. Dafür war gleich um die Ecke der nächste Stopp an einem neu eröffneten Ausstellungsgebäude, wo große tolle Skulpturen, die ein samoanischer Künstler aus Holz schnitzt, ausgestellt waren. Das gefiel uns dann schon deutlich besser.

Weiter ging es zum Papaseea Sliding Rock. Uns wurde im Vorfeld ein Wasserfall angepriesen und wir waren gespannt auf die natürlichen Wasserrutschen auf dem glatten Fels. Alle hatten die Badesachen eingepackt und wir freuten uns auf das Süßwasser. Unser Guide verabschiedete sich an der Treppe, wo es zum Wasserfall hinunterging von uns, sie wollte uns in einer Stunde wieder abholen. So kletterten wir erwartungsvoll die Treppe hinunter. Beim Hinuntergehen zeigte sich aber bald, dass der Wasserfall wegen der derzeitigen Trockenperiode auf Samoa nur wenig Wasser führte. Es tröpfelte nur über die Steine und an ein Rutschen über die feuchten Felsen war überhaupt nicht zu denken. Wir waren erstmal ziemlich enttäuscht, zumal auch an der Eintrittskasse dazu kein Hinweis kam. Die vier Kinder fingen aber trotzdem fröhlich an auf den Stufen des Bachbetts zu klettern und ohne die von den Plakaten übersteigerten Erwartungen war es hier doch auch sehr schön. Letztendlich badeten wir sogar noch im letzten Becken, was gerade noch ausreichend Süßwasser enthielt. Für die Kinder war es spaßig am Rand in dieses Becken hineinzurutschen.

Nach einer Stunde waren wir wieder oben und unser Guide hatte für uns derweil für den Lunch Fish&Chips-Pakete besorgt. Ups, die Getränke wurden erst bei Weiterfahrt schnell gekauft, die hatte sie nämlich vergessen...

Mit vollem Bauch ging es in den Botanischen Garten. Dort wurden wir am Eingang abgesetzt, damit wir eine Runde alleine spazieren konnten. Wir wollten dann noch einen kleinen Weg wandern, aber da sagte unser Guide, dass es jetzt zurück geht, sie müsse schon um 14:00 Uhr zurück sein. Der Preis wäre ja dementsprechend niedrig. Wir protestierten ziemlich, denn wir wussten, dass das Rugbyspiel um 16:30 Uhr erst losging und es war vereinbart, dass wir zu diesem zurück sein wollten. Nach einer Diskussion versprach uns dann die Frau, dass sie uns am nächsten morgen nochmal zum Botanischen Garten fährt, damit wir die längere Wanderung machen können. Darauf ließen wir uns ein, wer aber am nächsten Morgen natürlich nicht kam, war klar.

So war der Inselausflug eher kurz und ohne eine gute Führung. Normaler Weise bekommt man ja noch interessante Informationen, während man zwischen den einzelnen Stationen eines Ausflugs unterwegs ist, aber davon gab es auf diesem Ausflug gar nichts. Da haben wir wirklich mal Pech gehabt. So haben wir leider von der Insel Upolu bis auf die Stadt Apia nicht so viel gesehen. Einen zweiten Anlauf zur Inselrundfahrt haben wir nicht gemacht.

 

Robert Louis Stevenson Trail

Immerhin haben wir es geschafft noch zum Grab von Robert Louis Stevenson zu laufen. Der Autor der „Schatzinsel“ hat ganz in der Nähe von Apia gelebt und wird von den Einwohnern sehr verehrt. Er ist recht jung an Tuberkulose gestorben. Diese Wanderung ging vom Botanischen Garten aus und wir hätten sie ja fast schon im Rahmen des Inselausflugs gemacht. So machten wir sie zusammen mit den Crews der SY Freyja, SY Aroha und SY Mabuhay, wie wir es am Vortag zusammen bei einem gemütlichen Sundowner verabredet hatten. Mit einem großen Taxi ließen wir uns zum Ausgangspunkt fahren und erklommen dann den steilen Weg nach oben durch schönen schattigen Wald. Es brachte viel Spaß mal mit einer Gruppe wandern zu gehen und oben gab es eine schöne Aussicht. Zurück ging es den längeren und dafür nicht ganz so steilen Weg. An der Straße eroberten wir schnell ein großes Taxi und ließen uns dann direkt bis vor den Eisladen fahren. Das hatten wir doch verdient :-))

Den Abend verbrachten wir dann gleich nochmal im Eisladen, diesmal aber nicht mit einem Eis, sondern einem kühlen Getränk zur Feuershow, die hier gezeigt wurde. Eine Gruppe von jungen Leuten, die polynesische Tänze und mit Fackeln zu jonglieren lernt, zeigte ihre Künste. Gegen eine Spende durfte man zugucken. Niklas und Ilka staunten mit offenen Mund in der ersten Reihe, als es losging. Das fanden sie toll. Die Darbietung war wirklich nett, die Künstler übten damals eine Show ein, die sie vorm nächsten Rugbyspiel als Beiprogramm an der Großleinwand zeigen wollten. In der Gruppe werden die jungen Leute ausgebildet, um in Tourismuseinrichtungen auftreten zu können. Viele Hotelanlagen bieten für ihre Gäste nämlich regelmäßig Tanzdarbietungen an, eine Einkunftsquelle für die Leute.

 

Ausklarieren

Nach fünf Tagen in Apia lockte uns langsam die Nachbarinsel Savaii. Die Insel heißt wörtlich übersetzt „Große Insel“ und wurde uns von den Einwohnern von Apia immer wieder als sehenswert empfohlen. Wir wollten auch nochmal raus aus der „Großstadt“ (Apia hat ca. 80.000 Einwohner) und ein wenig das ländliche Samoa kennenlernen. Deshalb hatten wir beschlossen über Nacht nach Asau an der Nordküste von Savaii (ca. 46.000 Einwohner) zu segeln. Die Genehmigung, die man dafür benötigt, hatte Peter zwei Tage vorher schon im großen Verwaltungsgebäude der Regierung abgeholt. So ging er frohen Mutes zu Immigration und Customs zum Ausklarieren. Das ist nämlich nur in Apia möglich und wir wollten nach Savaii direkt weiter gen Tonga segeln. Leider war der Zollmensch sehr pingelig und bemängelte, dass auf der Genehmigung für Savaii als nächster Zielhafen Suwarrow und nicht Tonga stand. Ein Missverständnis bei der mündlichen Abfrage der Daten, als die Genehmigung im Computer erstellt wurde. Da wir aber dachten, dass das auf der Genehmigung zum Ankern in Asau relativ unwichtig war, hatten wir nicht mehr daran gedacht. Nun meinte der Mann vom Zoll, er könne uns so nicht ausklarieren. Darauf rannte Peter wieder in die Stadt (der Zoll war gleich neben der Marina) und versuchte sein Glück in der Verwaltung. Die zuständige Mitarbeiterin war natürlich nicht da, sie sollte erst zwei Tage später zurück kommen. Peter zeigt dann Nervenstärke und schließlich hat uns ein hoher Regierungsbeamter persönlich auf seinem Computer eine Genehmigung getippt – ganz von vorne, also ohne elektronische Vorlage. Darauf kam dann noch die Unterschrift der Ministerin persönlich. Was für ein Verwaltungsaufwand wegen einem Wort. Kurz vor Dienstschluss war Peter wieder beim Zoll und erhielt nun unser Clearing für das nächste Land. So konnten wir beruhigt am Abend kurz vor Dunkelheit die Leinen loswerfen und nach Savaii starten. Wie schön es dort nun wirklich ist, davon erzählen wir dann im nächsten Bericht.